Bilddarstellungen heiliger Stätten
– 200 Jahre Koyasan –


(c) Niels Guelberg 2009

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Bebilderter Kōyasan-Führer für Alleinreisende (E-iri Kōya hitori annnai, 1734)

Der bebilderte Kōyasan-Führer für Alleinreisende ist ein kleines Werk im handlichen Brusttaschenformat, ein Querformat von ca. 12 x 30 cm (die Maße sind, da handgeschnitten, je nach Exemplar ein wenig verschieden) mit robustem Einband.

Er umfasst:
  1. ein erläuterndes Inhaltsverzeichnis
  2. eine kurze Ursprungsgeschichte (ryakuengi) des Kōyasan von 5 Blättern Umfang (1r-5v)
  3. drei zweiseitig gedruckte Bildkarten
    1. des Weges von Hashimoto bis zur Frauenhalle am Fudōzaka (6rv)
    2. des Weges von den nördlichen Tälern (Isshin-dani etc.) zur Ersten (hier: Großen) Brücke (7rv)
    3. der Grabanlagen und des Grabmals Kūkais (8rv)
  4. textliche Erläuterungen zu den Bildkarten: Kōyasan michi shirube, der die in den Karten aufgeführten Ortsnamen und Landmarken erläutert und Angaben über Entfernungen sowie über Sehenswürdigkeiten gibt (9r-17v)
  5. zwei zweiseitig gedruckte Bildkarten
    1. des Rückweges von der lackierten Brücke vor dem Haupttempel Seiganji an der zentralen Tempelanlage vorbei (18rv)
    2. des Weges vom Großen Tor zurück über Amano und Jison-in nach Hashimoto (19rv)
  6. Fortsetzung der textlichen Erläuterungen zu den Bildkarten, beginnend bei der lackierten Brücke (20r-29r). Die Erläuterungen zu den einzelnen Gebäuden der zentralen Tempelanlage (danjō sho-garan, 20v-23r) sind durch eine Zwischenüberschrift hervorgehoben und besonders ausführlich gestaltet.

Die folgenden Abbildungen sind der Faksimilie-Edition von HINONISHI 1981 entnommen. Hinonishis Vorlage, der Yamamoto-Heiroku-Druck, war sicherlich nicht die Erstausgabe, sondern ein späterer undatierter Nachdruck aus dem ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts.

Hinweg

Bildkarte 3a: von Hashimoto bis zur Frauenhalle am Fudōzaka
Bildkarte 3b: von den nördlichen Tälern zur Großen Brücke
Bildkarte 3c: Grabanlagen und Grabmal Kūkais

Rückweg

Bildkarte 5a: Haupttempel Seiganji und zentrale Tempelanlage
Bildkarte 5b: vom Großen Tor zurück über Amano und Jison-in nach Hashimoto

Dasselbe in Transkription von Hinonishi:

Hinweg

Bildkarte 3a: von Hashimoto bis zur Frauenhalle am Fudōzaka
Bildkarte 3b: von den nördlichen Tälern zur Großen Brücke
Bildkarte 3c: Grabanlagen und Grabmal Kūkais

Rückweg

Bildkarte 5a: Haupttempel Seiganji und zentrale Tempelanlage
Bildkarte 5b: vom Großen Tor zurück über Amano und Jison-in nach Hashimoto

Während die Bilder des Hinwegs eine Sicht von Norden her geben, was in etwa den geographischen Realitäten entspricht – Hashimoto liegt im Norden des Kōyasan – ist der Rückweg perspektivisch von Süden her dargestellt. Die Bilder des Rückwegs sparen sich jedoch den identischen Wegteil (c), und setzen erst dort ein, wo auf 3b (7r) nur Wolken und Bäume zu sehen sind – bei allem Schematismus ein durchaus realistisches Element der Darstellung, da die Haupttempel und die zentrale Tempelanlage von Norden nicht einsehbar sind.

Die eindeutige funktionelle Trennung in Hin- und Rückweg ist ein Produkt der mittleren Edo-Zeit und vermutlich mit dem Versuch einer Regulation der Pilgerströme in Zusammenhang zu bringen.

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Author: Niels GUELBERG
e-mail: guelberg@waseda.jp
First drafted: 09.08.19
Last updated: 09.08.20