Bilddarstellungen heiliger Stätten
– 200 Jahre Koyasan –


(c) Niels Guelberg 2009

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Koyasan-Einzelansichten (Uguisu-dani)


Koyasan-Einzelansichten (Skigelände)

Das Skigelände im Anschluss an das „Nachtigallental“, heute ein Naturlehrpark mit Abenteuerspielplatz und angeschlossenem Campingplatz, wurde im Zusammenhang mit der Eröffnung der Kabelbahn zwischen Gokurakubashi und Kōyasan eingerichtet, wohl um die Bahn über das ganze Jahr auszulasten (im Winter nimmt die Zahl der Kōyasan-Pilger auch heute rapide ab, so dass die meisten Herbergen von Dezember bis Ende Februar geschlossen sind). 1930, das Eröffnungsjahr der Kabelbahn, war zugleich das Jahr, in dem der Gründer der Arlbergschule des modernen Alpenskis, Hannes Schneider (1890-1955), auf Einladung der Tamagawa gakuen nach Japan kam, um seinen Sport zu vertreiben. Hannes Schneider ist in Deutschland in seiner Vaterrolle in dem frühen Luis-Trencker-Film „Der Berg des Schicksals“ (1924) in Erinnerung; für den Skisport ist seine Einführung eines zweiten Skistocks und des Stemmbogens ein bleibender Verdienst.

[ezu059] ca. 1934 [a01553] Postkarte 1932
Das Skigelände wurde, wie nebenstehendes Prospekt aus den frühen 30er Jahren (ca. 1934) zeigt, von der Eisenbahngesellschaft, die die Züge zwischen Osaka (Nanba) und Kōyasan betrieb, heftig beworben.
Am 16. Dezember 1932 wurde ein Ski-Klub auf dem Kōyasan gegründet, und nachdem im Sommer 1933 der über drei Jahre währende Streit zwischen den Rikscha-Fahrern und den Fuhrunternehmen beigelegt worden war, konnte auch der Busbetrieb zwischen dem Bergbahnhof Kōyasan und der Frauenhalle aufgenommen werden, was zu einer weiteren Reiseerleichterung für die Vergnügungssüchtigen führte. (Eine in ihrer Wirkung immer noch anhaltende Folge des damaligen Streits ist das Benutzungsverbot der Busstraße für Fußgänger, Taxis und den Allgemeinverkehr.)
Auf folgender Bildkarte aus dem Jahr 1934 wird die Größe des Geländes mit 50.000 tsubo, d.i. etwa 150.000m2, angegeben:

Und auch auf den einfachen Strichkarten zur Verkehrsverbindung ist ab 1934 in der Regel das Skigelände verzeichnet (hier ein Prospekt der Eisenbahngesellschaft aus dem Jahr 1938):

Bis in die vierziger Jahre hinein wurde das Gelände in den Bildkarten überproportional groß dargestellt (hier ein Beispiel aus dem Jahr 1942):

Da ab 1944 die japanische Luftwaffe den Kōyasan als geheimen Übungsstandpunkt nutze, nahm der Allgemeintourismus rapide ab (aus den letzten drei Kriegsjahren sind bisher auch keine Beispiele für Bildkarten bekannt).
Nach 1945 hatte das Skigelände offensichtlich seinen Reiz verloren, da zwar ab und zu noch beiläufig erwähnt wird, man könne auf dem Kōyasan auch Ski fahren, doch nicht mehr aktiv dafür geworben wird.

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Author: Niels GUELBERG
e-mail: guelberg@waseda.jp
First drafted: 09.08.22
Last updated: 09.09.03