Bilddarstellungen heiliger Stätten
– 200 Jahre Koyasan –


(c) Niels Guelberg 2009

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Koyasan-Gesamtsicht (1838)

Die folgende Bilddarstellung ist dem Halbband 4/1 der dritten Abteilung des Kii no kuni meisho zue entnommen. Das Kii no kuni meisho zue ist ein dreiundzwanzigbändiges enzyklopädisches Werk, das zwischen 1812 und 1851 in vier Abteilungen von dem in Wakayama ansässigen Verleger Takechi Shiyū (Verlagshaus: Obiya Ihei) ediert wurde. Die dritte Abteilung wurde von Kanō Shohei herausgegeben und 1838 gedruckt; Bände 4 bis 6 sind dem Kōyasan gewidmet.
Großdarstellung: (217 kB) (276 kB) (231 kB) (215 kB

Die Ansicht zeigt den Kōyasan von der Nordseite und sieht auf den ersten Blick für westliche Betrachter sehr realistisch aus, da aus der westlichen Malerei die Perspektive übernommen wurde. Tatsächlich lässt sich der Kōyasan aus dieser Sicht nur von Satelliten her betrachten, eine Sichtweise, die wir erst in jüngster Zeit durch Google Earth kennen. Und manche Details sind verzerrt, wie etwa die Richtung von Isshin'in-dani und Gonomuro-dani, die nicht senkrecht auf Odawara zulaufen (diese Richtung wäre einzig für das Senjuin-dani zulässig) sowie die Höhe der Hügel/Berge zwischen den Tälern, die tatsächlich die Sicht von Norden her versperren.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zeigen hingegen die meisten graphischen Gesamtdartellungen den Kōyasan von der Südseite, weil sich de facto von dort aus auch die meisten Täler auf einmal überblicken lassen (vgl. etwa die Bilder vom „Drehscheibenpass“, Rokuro tōge). Ältere Darstellungen im Hochformat, wie sie die ganze Edo-Zeit hindurch gedruckt wurden, zeigen die Täler von Westen nach Osten, d.i. vom Großen Tor (daimon) in der unteren Bildhälfte bis zum Grabmal Kūkais am oberen Bildrand.

Kolorierter Holzdruck von ca. 1630 Kolorierter Holzdruck von 1810

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Author: Niels GUELBERG
e-mail: guelberg@waseda.jp
First drafted: 09.08.14
Last updated: 09.08.19